„Absage abgesagt“: Identitäre ziehen trotz Demo-Verbot durch Wien

„Absage abgesagt“: Identitäre ziehen trotz Demo-Verbot durch Wien
Bild: x.com / IB Österreich

Eigentlich galt die alljährliche Sommerdemonstration der Identitären Bewegung (IB) in der Wiener Innenstadt nach behördlicher Untersagung der gewünschten Demo-Route als abgesagt. Am Samstagnachmittag überraschte die IB dann aber mit einer spontanen Aktion im Wiener Nobelbezirk Döbling.

Martin Sellner veröffentlichte davon ein Video mit dem Titel „IB-Demo: Absage abgesagt“. Darin stellt er die Aktion als Antwort auf behördlichen und medialen Druck dar. Sellners Botschaft: Die Bewegung lasse sich durch das Verbot der ursprünglich geplanten Route nicht aus dem öffentlichen Raum drängen. Auf X schrieb er:

„Wir waren sicher: nach einer irren Medienkampagne wollte man uns dieses Jahr in eine Falle locken.“

Trotz des hohen Drucks wollte die IB ein klares Zeichen setzen. Sellner dazu:

„Remigration lässt sich nicht mit Repression von der Straße verdrängen.“

Bilder und kurze Videos der Spontankundgebung sind hier zu sehen: Identitäre Bewegung Österreich (@IBOesterreich_) / X

Polizei untersagte Route durch die Innenstadt

Im Vorfeld hatte die Wiener Polizei entschieden, die für Samstag, 25. Juli 2026, geplante Demonstration der Identitären in der Wiener Innenstadt nicht wie geplant stattfinden zu lassen. Laut ORF Wien begründete die Landespolizeidirektion die Untersagung damit, dass für die Route bereits eine Gegendemonstration angemeldet gewesen sei. Rund um eine ordnungsgemäß angezeigte Versammlung bestehe ein Schutzbereich, innerhalb dessen keine weitere Versammlung zur selben Zeit stattfinden dürfe.

Antifa-Demo: „Ganz Wien hasst die Polizei!“

Obwohl die Identitären ihre Demo offiziell absagten, fanden mehrere teilweise linksextreme Gegenkundgebungen statt. MeinBezirk berichtete bereits am Samstagmorgen über die Gegendemo „Kein Fußbreit den Faschist*innen“, die vom Ballhausplatz über Ring, Schottengasse und Wipplingerstraße führen sollte. Zusätzlich waren laut Polizei 16 Standkundgebungen unter der Bezeichnung „Wien nimmt Platz“ in der Innenstadt und am Alsergrund angezeigt.

Am Stephansplatz musste die Polizei mit Pfefferspray gegen einen aufgebrachten linken Mob vorgehen. Eine Frau aus dem Antifa-Umfeld wurde dabei von Polizisten am Boden fixiert und soll zumindest kurzfristig festgenommen worden sein. Dabei wurden Polizisten teilweise mit Gegenständen beworfen; zudem wurde „Ganz Wien hasst die Polizei!“ skandiert.

Im Vorjahr 56 Antifa-Aktivisten festgenommen

Dass die linksextreme Szene in Wien regelmäßig eskaliert, ist kein Einzelfall. Bereits im Vorjahr wurden rund um die Identitären-Demo 56 Antifa-Aktivisten vorübergehend festgenommen und mehr als 200 Anzeigen gestellt. Damals mussten drei Sitzblockaden von der Polizei aufgelöst werden. Zudem warfen linksextreme Demonstranten Eier und mit Fäkalien gefüllte Säckchen auf Polizisten und Kundgebungsteilnehmer. Für Colette M. Schmidt vom Standard, deren journalistische Hauptaufgabe der „Kampf gegen Rechts“ sein dürfte, waren die Antifa-Proteste trotzdem „weitgehend friedlich“. Statt dieses Verhalten zu kritisieren, empörte sie sich über Polizisten, die sie auf das Vermummungsverbot aufmerksam gemacht haben dürften. Colette Schmidt dazu wörtlich:

„Doch wehe Journalisten, die sich aus Angst vor dem gewalttätigen Mob mit FFP-Maske der Demo näherten.“

Rückblick: So war die identitäre Sommerdemo 2025 wirklich

Hier ein Info-DIREKT-Interview mit Martin Sellner nach der Sommerdemo 2025, in dem auch die Aktionen der Antifa zu sehen sind: Wien-Demo – Martin Sellner zieht Bilanz: „Danke Antifa!“

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