Eine teuflisch gute Akademie in Kärnten

Eine teuflisch gute Akademie in Kärnten
Bilder von der FAV-Akademie in Kärnten: Info-DIREKT

Vergangenes Wochenende veranstaltete der „Freiheitliche Akademikerverband“ (FAV) Steiermark erneut eine Akademie in Kärnten. Rund 50 Teilnehmer diskutierten mit acht Referenten über das Thema „Dienen“, dem sich auch die kommende Sezession widmen wird.

Ein Veranstaltungsbericht von Karl Sternau

Bereits zum vierten Mal fand die Frühjahresakademie im Schloss Albeck in Sirnitz (Kärnten) statt. Im Vorfeld versuchten etablierte Medien die Veranstaltung zu skandalisieren – so schrieb der linke Standard:

„Sirnitz ist damit mehr als ein Veranstaltungsort. Es ist ein Knotenpunkt.“

Dienen

Erik Lehnert, der die Akademie zusammen mit Gastgeber Heinrich Sickl und Benedikt Kaiser ausrichtete, eröffnete am Freitag mit dem Vortrag „Die ‚höchste Lebensform‘: Dienst in Preußen“. Mit dem folgenden Zitat des Freiberger Rathauses leitet Lehnert das Thema ein:

„Du bist ein Nichts im Ganzen, Wenn Du ihm nicht dienst.“

Er empfahl Theodor Fontane zur Lektüre und erläuterte das preußische Offiziersethos. Der Konflikt zwischen Befehl und Gewissen fand dabei ausreichend Platz. Lehnert betonte, dass eine Zuwiderhandlung für Offiziere durchaus möglich war; diese im Falle einer Fehleinschätzung aber die Konsequenzen tragen mussten.

Fabian Walch führte das Publikum mit seinem Referat in das Mittelalter. Sehr anschaulich nahm er das Lehenswesen und die Königsmacht in den Mittelpunkt. Er zeigte auf, wie die mittelalterlichen Herrscher im Laufe der Zeit den engen Kontakt zu ihrem Gefolge verloren. Zum „Königsheil“, welches damals eine große Rolle spielte, bemerkte Walch scherzhaft, dass es heute am „Kanzlerheil“ fehle.

Kaiser und Teufel

Am Samstag begann Benedikt Kaiser und hielt einen pointierten Vortrag zum Thema „Werte, Wissen, Weltanschauung — Leitlinien eines Jungpolitikers“, der zu intensiven Diskussionen führte. Seine Thesen, die auch Kritik an der AfD und ihrem teilweisen unpolitischen Personal sowie der „Verzwergung“ gegenüber der Union übten, gefielen nicht jedem. Kaiser betonte die Bedeutung der Ideologie und plädierte für Wissensaufbau beim Nachwuchs. Mit einem einprägsamen Zitat verdeutlichte er seine Position:

„Keine Ideologie zu haben, ist der erste Schritt zur Kapitulation.“

Mehr dazu auch in einem Video-Interview, das Info-DIREKT mit Kaiser im Schloss Albeck geführt hat. Es wird noch diese Woche auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht. Am besten gleich den Kanal abonnieren: https://www.youtube.com/@info-direkt-magazin

Direkt nach Kaiser sprach Reinhard Teufel, der als rechte Hand von FPÖ-Chef Herbert Kickl gilt. Er griff den Faden der vorausgegangenen Diskussion auf und betonte:

„Die FPÖ ist eine ideologische Partei.“

Zudem erklärte er, weshalb die FPÖ von politischen Gegnern als gefährlich angesehen wird:

  1. Finanzielle Unabhängigkeit
    Die Partei könne als einzige große Partei in Österreich jederzeit zwei bundesweite Wahlkämpfe aus eigener Tasche finanzieren. Damit sei die FPÖ von Geldgebern unabhängig.
  2. Direkter Draht zu den Bürgern
    Die FPÖ habe bereits vor Jahren begonnen, sich unabhängige Medienkanäle aufzubauen, damit sie direkt mit den Wählern kommunizieren kann. Das jüngste Projekt aus dem freiheitlichen Medienhaus sei der Radiosender „Austria First“.
    Zudem sei der charismatische Parteiobmann bei österreichweiten Touren ständig auf Tuchfühlung mit den Österreichern und damit nicht nur im digitalen, sondern auch im realen Leben greifbar.
  3. Blaupause für BRD
    Der primäre Grund, weshalb die FPÖ dermaßen bekämpft werde, liege aber darin, dass in Österreich deutsch gesprochen werde und die erfolgreiche Politik der FPÖ damit direkt auf Deutschland ausstrahle. Somit bestehe die Angst des Establishments, dass sich die Bundesrepublik von einem Systemwechsel in Österreich anstecken lassen könnte, was eine grundsätzliche Veränderung in ganz Europa bewirken könnte.

Nach seinen Ausführungen stellte sich Teufel zahlreichen Fragen und Anregungen aus dem Publikum. Viel Beifall fand die Erinnerung von Melanie Mair (Süd-Tiroler Freiheit) an den Doppelpass für die Südtiroler, welcher in der letzten FPÖ-Regierungsbeteiligung bereits vor der Umsetzung stand.

DÖW und Spenglers 90. Todestag

Thomas Grischany setzte am Nachmittag fort und beleuchtete die Aktivitäten des Freiheitlichen Bildungsinstituts (FBI). Dabei hob er hervor, wie fragwürdig das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) arbeitet. Das DÖW durfte in letzter Zeit den „Rechtsextremismusbericht“ für das Innenministerium erstellen. Daher bleibe es eine Aufgabe des FBIs, weiterhin die Methoden dieser Einrichtung sichtbar zu machen.

Nach diesem Themenblock folgte ein Vortrag mit dem Titel „Der Seele dienen – Über Kunst bei Oswald Spengler“. Das Referat anlässlich des 90. Todestages des Kulturphilosophen – gespickt mit wortgewaltigen Zitaten Spenglers – bildete einen schönen Abschluss des zweiten Tages.

Akademischer Nachwuchs und der Hofstaat

Den Sonntag eröffnete der AfD-Bundestagsabgeordnete Christoph Birghan, der über den akademischen Nachwuchs sprach. Er betonte die Rolle der Burschenschaften und lieferte eine Bestandsaufnahme der Hochschulen in der BRD. Konkrete Maßnahmen konnte Birghan kaum aufzeigen, weshalb es in der Diskussion Kritik gab. Das fehlende Geld der AfD-Stiftung reiche nicht als Ausrede, war der Tenor des Plenums.

Den letzten Vortrag der diesjährigen Akademie hielt Konrad Weiß. Er widmete sich dem Hofstaat und dem Gefolge. Er lieferte mit Ludwig XIV. und Stalin zwei historische Beispiele, die wegen ihrer Absurdität teilweise zu Lachern führten. Den Abschluss der Akademie bildete der Blick von Weiß auf das Gefolge in der heutigen Politik. Er betonte dabei, dass man nicht an seinen Regierungsposten hängen dürfe und warnte vor dem zu frühen Ankommen im System. Der veränderte Tonfall („staatsmännisch“) eines Politikers sei meist ein ersten Zeichen dafür.

Gesellige Abende

Jeder, der schon eine Akademie besucht hat, weiß, dass die Vorträge nur ein Teil der Veranstaltung sind. Zeit zum Diskutieren, Vernetzen und Kennenlernen boten nicht nur die beiden Abende, sondern auch der Samstagnachmittag. Bier, Aperol und neuerdings Rum trugen zur sehr guten Stimmung bei. Die rundum gelungene Tagung wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Kärnten ist sowieso immer eine Reise wert!

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