Das Wohnbauressort von Landesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) steht derzeit aufgrund von angeblich fragwürdiger Wohnungsvergaben im Fokus linker Medien und Parteien. Die Aufmerksam wollen wir nutzen, um auf eine Idee aus dem Magazin Info-DIREKT, Ausgabe 61, hinzuweisen. Die Gestaltung unserer Heimat darf nämlich weder linksideologischen Vorgaben noch blinder Effizienzmaximierung geopfert werden.
Ein Kommentar von Michael Scharfmüller aus dem Magazin Info-DIREKT mit dem Schwerpunktthema Stadtbilder
Unter Kunsthistorikern gibt es ein altes Sprichwort: „Der beste Denkmalschützer ist die Armut.“ So zynisch es klingt, steckt doch viel Wahrheit darin. Wo kein Geld für „Modernisierung“ vorhanden ist, bleiben historische Fassaden oft unangetastet. Heute erleben wir das Gegenteil: Nicht Mangel, sondern falsch aufgesetzte, oft ideologisch motivierte Förderungen sind zur Gefahr für unsere Baukultur geworden.
Unter dem Schlagwort der „Energieeffizienz“ werden Gebäude systematisch ihrer gestalterischen Qualität beraubt. Der „Dämmwahn“ führt dazu, dass strukturierte Fassaden überklebt, geglättet und vereinheitlicht werden. Vom ursprünglichen Charakter des Hauses bleibt damit oft nichts mehr übrig.
Ob man nun an die „menschengemachte Erderhitzung“ glaubt oder nicht – Fakt ist, dass jeder auf sein Geldbörserl schauen muss. Und trotzdem sollten Häuslbauer und Haussanierer zumindest wissen, welche Möglichkeiten es bei der Gestaltung eines Hauses gibt.
Fehlendes Bewusstsein
Um den Menschen diese Gestaltungsmöglichkeiten bewusst zu machen, könnten Länder eine kostenlose und freiwillige Architekturberatung einrichten. In Oberösterreich gibt es beispielsweise eine kostenlose Energieberatung, die man in Anspruch nehmen muss, wenn man für sein Bauvorhaben Förderungen erhalten möchte. Dabei wird – meiner Erfahrung nach – meist keine Rücksicht auf gestalterische Elemente und wenig auf die konkreten Gegebenheiten vor Ort genommen.
So wurde mir beispielsweise geraten, meine alte Holztüre auszutauschen, da ihr Dämmwert zu schlecht sei. Dass sich dahinter ein unbeheizter Vorraum befindet und eine besser gedämmte Türe daher nur geringe Einsparungen, aber hohe Anschaffungskosten mit sich brächte, wurde nicht beachtet. Dass meine handwerklich hergestellte Türe mehr Charakter als eine industriell gefertigte Haustüre „von der Stange“, spielt bei solchen Überlegungen ohnehin keine Rolle.
Energieberatungen sind sicher sinnvoll, sie verfolgen jedoch nur ein Ziel: die Energieeffizienz eines Hauses zu steigern – frei nach dem Motto: Koste es, was es wolle.
Ergänzung zur Energieberatung
Ob Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz finanziell sinnvoll sind oder sich auch über Jahre hinweg nicht lohnen, kann man sich relativ leicht selbst ausrechnen. In Sachen Gestaltung ist es schon schwieriger, aus dem architektonischen Einheitsstil auszubrechen.
Hier käme der Architekturberater ins Spiel. Dieser sollte ebenso wie der Energieberater kostenlos, jedoch nicht verpflichtend in Anspruch genommen werden können. Der Energieberater könnte verpflichtend auf diese Möglichkeit hinweisen. Aufgabe des Architekturberaters wäre es dann, dem reinen Effizienzdenken gestalterische Möglichkeiten zur Seite zu stellen und den übertriebenen Dämmwahn in geordnete Bahnen zu lenken.
So könnte der Architekturberater auf den Wert strukturierter Fassaden hinweisen und beim Berechnen helfen, ob es sich wirklich lohnt, eine Schmuckfassade durch einen Vollwärmeschutz zu ersetzen. Er könnte auf den gestalterischen Wert von Fenstersprossen hinweisen und aufzeigen, wie man auch Vollwärmeschutzfassaden einfach und ohne übertriebenen finanziellen Mehraufwand gestalten kann.
Freilich würde sich die Welt dadurch nicht großartig ändern. Es würde jedoch einen wichtigen Impuls dafür geben, dass wir Menschen nicht nur Räume brauchen, die funktionieren, sondern auch Räume, die bewusst geformt und zumindest mit etwas Liebe gestaltet wurden.
In Oberösterreich wäre das seit Jahren möglich
In Oberösterreich, wo die FPÖ mit Landeshauptmann-Stv. Manfred Haimbuchner seit über 15 Jahren den Wohnbaulandesrat stellt, wäre die Umsetzung eines Architekturberaters leicht möglich. Leider wurde es bisher in Oberösterreich jedoch auch verabsäumt, ein Institut für Wohnbaufragen zu errichten, das den Freiheitlichen nahe steht. Dieses hätte u. a. die Aufgabe, wissenschaftlich zu belegen, dass die fast schon religiöse Ausrichtung auf CO2-Vermeidung ein Irrweg ist und dass leistbarer Wohnraum und Masseneinwanderung nicht unter einen Hut zu bringen sind.
Kritik an der Schuhschachtel-Architektur gab es bereits auch vom Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ). Mehr zu diesem Themenfeld im Magazin Info-DIREKT zum Schwerpunktthema Stadtbilder, das im Netzladen von EinProzent erhältlich ist.