Zum 10. Todestag von Ernst Nolte (Sonntagsstück #97)

Das Sonntagsstück von Karl Sternau
Das Sonntagsstück von Karl Sternau

Am 18. August 2016 verstarb der deutsche Historiker und Philosoph Ernst Nolte. Er ist einer der bedeutendsten Geschichtsforscher der BRD gewesen.

Ein Sonntagsstück von Karl Sternau

Die heutige Geschichtswissenschaft tut sich schwer mit Ernst Nolte, dessen Thesen als „umstritten“ gelten. Für Patrioten sollte der Historiker gerade wegen seines anderen Blicks auf die Geschichte aber eine Pflichtlektüre sein.

Freier Geist

Nolte war als promovierter Philosoph zunächst als Lehrer tätig ehe ihm mit seinem bahnbrechenden Buch „Der Faschismus in seiner Epoche“ (1963) der Durchbruch als Historiker gelang. Er bekam umgehend einen Lehrstuhl an der Universität und galt fortan als angesehener Faschismusforscher. Nolte versuchte die Vergangenheit – vor allem die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts – zu verstehen. Ihm ging es dabei wirklich um eine Nachvollziehbarkeit, die ohne moralische Urteile auskam. Genau das fehlt oft in der heutigen Forschung.

Historikerstreit

Der FAZ-Artikel Noltes „Vergangenheit, die nicht vergehen will“ und das folgende Buch „Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945“ lösten den sogenannten Historikerstreit 1986 aus. Im Kern ging es um die Frage, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Bolschewismus und dem späteren Nationalsozialismus gibt. Erbitterter Gegner in der Debatte war der linke Philosoph Jürgen Habermas. Letztlich wurde Nolte nach dem Historikerstreit immer mehr ins Abseits gedrängt. Das galt aber nur für die BRD, im Ausland – besonders in Italien – war er hoch angesehen.

Am Ende rechts?

Nolte war ein konservativer Liberaler, der durch den Linksruck der BRD am Ende seine Bücher bei Antaios, dem Landt Verlag und Karolinger publizierte. Die großen Verlage trauten sich nicht mehr seine Werke zu drucken. Nolte veröffentlichte aber mutig weiter – in seinem Spätwerk nahm er sich nochmal den Islamismus vor. Bis zu seinem Tod 2016 war Nolte geistig fit und setzte ein umfangreiches Lebenswerk fort.

Um sich Nolte anzunähern, möchte ich vier Zugänge empfehlen:

Ein Fernsehporträt von 2006:

Ein Gespräch von Erik Lehnert und Götz Kubitschek zum 100. Geburtstag 2023:

Ein Nachruf von Philip Stein 2016:

Den Artikel aus dem „Staatspolitischen Handbuch“:

https://staatspolitik.de/ernst_nolte/

Über die Sonntagsstücke:

Karl Sternau präsentiert jeden Sonntag ein mehr oder weniger geistiges Fundstück aus der weiten Welt des Internets. Sollte ein hier geteilter Link nicht mehr funktionieren, waren Sie mit Ihrer Lektüre zu spät dran. Über Rückmeldungen zu den Sonntagsstücken sowie Ideen für weitere Sonntagsstücke freuen wir uns: [email protected]

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